Tina Birgitta Lauffer: (Fast alles) über mich

Tina Birgitta Lauffer

Foto: Manfred Pollert

Ich komme aus einer Akademikerfamilie, aber das spielte, weil ich  im „Osten“ aufgewachsen bin und wir ja den großen Traum von Freiheit = Gleichheit = Brüderlichkeit gelebt haben, so gut wie keine Rolle für mich. Meine Oma war die Einzige, die da schon noch Unterschiede machte, ihr Lieblingsspruch war: „Sag mir, mit wem du gehst, und ich sag, dir wer du bist!“ Oder: „Ohne Abitur in der Tasche bist du eine Flasche!“ Na gut, sie sagte natürlich: „ist man nichts wert“ – das mit der Flasche war meine Interpretation, lange, sehr lange – zu lange!  (Außerdem ist ja heuzutage schon längst nicht mehr überall Doktor drin, wo auch Doktor drauf steht… 😉

Jawohl, ich habe kein Abitur, dafür hatte ich nämlich keine Zeit! Ich wollte doch die Welt retten und entdecken! Der „Ruf der Freiheit“ lockte mich sehr jung in den „wilden“ Westen (wild war er nicht wirklich, eher anders und beängstigend), aber ich lernte, in ihm zurechtzukommen. Erst vielleicht ein wenig unbeholfen, aber bald ging ich festen Fußes durch meine neue Wahlheimat. Da ich ja schon als Kind quasi als ein Mitglied eines großen Ganzen geprägt war, hatte ich nie ein großes Problem, mich in einem Arbeitsteam einzufinden.Ich machte meine Ausbildung, träumte von einem kleinem eigenem Cafe, vielleicht sogar mit kleiner Bühne. Als Kind schrieb ich eher melancholisch mahnende Texte, nun aber als fast fertiger Erwachsener entdeckte ich meine Freude an Comedy. Ich schrieb und probierte zu Hause oder angeschwippst in Gesellschaft anderer alles Mögliche aus. Doch eine richtige Bühne mit echtem Publikum – das traute ich mir dann doch nicht zu.

Ich ging ins Ausland – aus Liebe … oder Neugier? Wer weiß! Auf jeden Fall eine spannende Erfahrung und aus der Liste: „Hätte ich mal …“ Oder „Warum habe ich nicht?“  gestrichen. Mit einer neuen Sprache (oh, ich liebe Sprachen, würde sie am liebsten alle können) im Gepäck und endlich mal Augen für die wahre Schönheit Deutschlands, den wundervollen Wechsel der Jahreszeiten und einem wohligen Gefühl, endlich wirklich zu Hause angekommen zu sein, war ich wieder da.

Ich überlegte, was ich mit meiner Zukunft wohl anfangen könnte. Erst mal Geld verdienen, endlich richtig auf eigenen Füßen stehen. Meine Eltern hatten mich lange genug unterstützt, fand ich. Ich heuerte in einem Cafe an und traf auf das Schicksal in Form meines langjährigen Mannes. Ich unterstützte ihn gerne, wo es nur ging, es kamen viele erfolgreiche, aber auch sehr arbeitsreiche Jahre auf uns zu. In der Gastronomie zu arbeiten, ganz gleich in welcher Position, bedeutet: keine Wochenenden, Stress, keine verlässlichen Pausen, geschweige denn Schließzeiten. Aber es bedeutet auch sehr viel Kommunikation, Spaß und Freude bei der Arbeit. Zum Schreiben blieb immer weniger Zeit, was ich sehr bedauerte.

Und dann wurde ich Mama. Ein Spagat aus Arbeit, Mama, Hausfrau begann. Ich zog mich mehr und mehr aus dem Geschäft zurück, um für meinen Kleinen da zu sein, und machte den Bürokram halt von zuhause aus. Und dann, je größer mein kleiner Schatz wurde, je mehr Zeit war da plötzlich am Abend wieder für meine große Leidenschaft da, das Schreiben. Es machte klick und seitdem nutze ich jede freie Minute dafür. Wie oft wurde ich seitdem belächelt, wie oft hörte ich den Satz: „Mach dir nichts draus, wenn es nichts wird mit dem Schreiben, sieh es halt als ein schönes Hobby …“

Ich weiß, die meisten meinten es ja nur gut und wollten mich vor Enttäuschungen bewahren, aber das Einzige, was ich wollte und brauchte war Zuspruch!!! Doch im Nachhinein spornte mich wahrscheinlich gerade dieses Fehlen umso mehr an! Ich musste es ihnen beweisen, all den Zweiflern! Aber nicht nur ihnen, vor allen Dingen auch mir!!! Von wegen Flasche! –Na und falls doch, dann wenigstens eine mit folgendem Prädikat: keine mittlere, sondern sehr gute Reife, edler Charakter, harmonische Konsistenz und feurig im Abgang….   🙂

Ich habe es geschafft! Ich kann nun tun, was ich am meisten liebe: schreiben und das nur, weil ich niemals aufgehört habe, daran zu glauben (und natürlich daran zu arbeiten…)! Seit vielen Jahren „beschreibe“ ich nun nicht mehr nur die Webseite www.tijo-kinderbuch.de, sondern veröffentliche auch in unterschiedlichen Verlagen. Ich gehe mit großer Freude mit meinen Puppenspielen und anderen Programmen regelmäßig in Kindergärten/Einrichtungen und Grundschulen und liebe es, die Kinder dort zu erleben und zu begeistern. Denn sie sind das ehrlichste, lustigste aber auch kritischste Publikum, das es gibt, und es macht sooooooooo viel Spaß! Es ist wundervoll, für Kinder zu schreiben, von ihnen zu lernen (jawohl!), mit ihnen zu lachen und erleben zu dürfen, wie sie Lieder singen, die ich geschrieben habe, das ist überhaupt das Allergrößte! Danke! … und ich nehme den Preis an … hihi  😉

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  1. Ihre Visitenkarte habe ich von Ihrer Mutter, die meine Mitschülerin an der Oberschule war. Mit Interesse habe ich mir angeschaut, was Sie so machen. Ich kann die Freude am Schreiben nachempfinden, da ich auch schreibe, aber in anderen Bereichen. So weiß ich allerdings auch, wie schwer es ist, in der Flut von Büchern überhaupt wahrgenommen zu werden. Leider habe ich keine Enkel, für die ich Ihre Geschichten nutzen könnte. Aber ich gebe Ihre Visitenkarte an eine befreundete Familie mit Kindern im betreffenden Alter weiter. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und ein schönes Weihnachtsfest. Dr. Günter Pollach, Berlin

  2. Oh… lieber Herr Pollach, vielen Dank für den netten Kommentar. Habe Ihren Eintrag erst heute entdeckt, freue mich aber nicht weniger darüber! Ich wünsche Ihnen auch viel Erfolg und alles Gute für das neue Jahr! 🙂

  3. Sehr geehrte Frau Lauffer! Inzwischen habe ich ein wenig mehr über Sie und Ihre Arbeit lesen können. Alle Hochachtung!!
    Jeden Monat schicke ich einem Menschen, der mir mehr sagt als die Masse, aus meiner Serie „Kleine Aquarelle“ ein Original. Im Juli werde ich eins an Sie adressieren.
    Ich weiß nicht, wohin Ihr Weg führen wird, er ist aber gut, machen Sie weiter so!!
    Herzlich
    Bengt birck

    • Hallo lieber Herr Birck, was für eine Ehre! Ich freue mich sehr, auch (und besonders) über die lieben Worte. Vielen herzlichen Dank! Lieben Gruß, Tina B. Lauffer 🙂
      PS. Freue mich auch schon, bald Ihre Geschichten zu lesen!

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